Rückkehr zu 7 %/19 % Umsatzsteuer zum 01.01.2021
Jetzt noch handeln, um steuerliche Vorteile zu sichern

 

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie möglichst gering zu halten, hat die Bundesregierung am 03.06.2020 umfangreiche Maßnahmen des Konjunkturpaketes beschlossen. So wurden unter anderem die Umsatzsteuersätze für den Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 von 19 % auf 16 % sowie von 7 % auf 5 % gesenkt.[1]

Dass sich die Anwendung des jeweiligen Steuersatzes nicht nach dem Zeitpunkt der Gesamtleistung richtet,[2] eröffnet insbesondere bei Teilleistungen einen gewissen Gestaltungsspielraum im Hinblick auf die Höhe des anzuwendenden Steuersatzes. Teilleistungen, die in der zweiten Jahreshälfte von 2020 erbracht wurden, sollten aufgrund dessen noch vor dem Jahreswechsel abgerechnet werden. Nach Abschn. 13.4 Satz 1 UStAE setzt die Teilleistung eine nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise teilbare Leistung voraus, die nicht als Ganzes, sondern in Teilen geschuldet und bewirkt wird. Zusätzlich muss für die jeweiligen trennbaren Leistungen ein gesondertes Entgelt vereinbart worden sein, § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. A Satz 3 UStG.

Sofern in bestehenden Verträgen bislang keine gesonderten Vereinbarungen über Teilleistungen enthalten sind, sollten diese rückwirkend bis zum Jahresende nachgeholt werden. Auf diese Weise können Leistungsempfänger, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, die steuerlichen Vorteile der verminderten Steuersätze in Anspruch nehmen.

 

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[1]      Vgl. Art. 3 des Zweiten Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise vom 29.06.2020, BGBl. I 2020, S. 1512.

[2]      Vgl. BMF, Schreiben vom 30.06.2020, III C 2 – S 7030/20/10009 :004, BStBl. I 2020, S. 584, Rn. 2.