GWG und Sammelposten
Verbesserte Abschreibungsbedingungen ab 01.01.2018

Mit „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“, verkündet am 04.07.2017 im Bundesgesetzblatt (BGBl I 2017, 2074), hat der Gesetzgeber nach über 50 Jahren die Wertgrenzen der geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) und der Bildung von Sammelposten zum 01.01.2018 (§ 52 Abs. 12 Satz 3 EStG) angehoben.

 

Ein GWG liegt vor, wenn es sich um ein abnutzbares bewegliches Wirtschaftsgut (WG) des Anlagevermögens handelt, das selbständig nutzbar ist und dessen Anschaffungs- oder Herstellungskosten (AK/HK) die unten stehenden Wertgrenzen nicht übersteigt. Beispiele für GWG sind in den Einkommensteuer­Hinweisen H 6.13 aufgelistet. Im Rahmen der Gewinn­ und Überschusseinkünfte (§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7 Satz 2 EStG) besteht für GWG jedes Jahr die Möglichkeit zur Wahl der Regelabschreibung nach § 7 EStG und der Sofortabschreibung nach § 6 Abs. 2 EStG. Die fünfjährige (lineare) Pool­Abschreibung bei Bildung eines Sammelpostens nach § 6 Abs. 2a EStG kann dagegen nur bei Gewinneinkünften gewählt werden und kann nur einheitlich für alle GWG innerhalb der unten stehenden Wertgrenze in einem Wirtschaftsjahr vorgenommen werden.

Nach dem 31.12.2017 angeschaffte, hergestellte oder in das Betriebsvermögen eingestellte GWG, deren AK/HK 800 € (bisher 410€ ) nicht übersteigen, können nach § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG im Jahr der Anschaffung/ Herstellung in voller Höhe abgeschrieben werden. Ein Sammelposten kann nach § 6 Abs. 2a Satz 1 EStG mit abnutzbaren beweglichen WG gebildet werden, deren AK/HK mehr als 250 € (bisher 150 €) und bis zu 1.000 € betragen; bei Bildung von Sammelposten können abnutzbare bewegliche WG bis zu einem Wert von 250 € sofort abgeschrieben werden (§ 6 Abs. 2a Satz 4 EStG). Bei den Wertgrenzen handelt es sich um Nettobeträge, unabhängig davon, ob der Steuerpflichtige zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Ab 01.01.2018 (§ 52 Abs. 12 Satz 4 EStG) sind Aufzeichnungen in einem besonderen, laufend zu führenden Verzeichnis für selbständig nutzbare bewegliche WG des Anlagevermögens erst mit AK/ HK von mehr als 250 € erforderlich, es sei denn, die hierzu erforderlichen Angaben sind bereits aus der Buchführung ersichtlich (§ 6 Abs. 2 Satz 4, 5 EStG).

Die Anhebung der Wertgrenzen für GWG und Sammelposten soll insbesondere zur Entlastung des Mittelstands den administrativen Aufwand reduzieren und neue Investitionen fördern. Um die Abschreibung über die Nutzungsdauer eines GWG zu vermeiden, kann es ratsam sein, geplante Investitionen bis zu 800 € in das Jahr 2018 zu verschieben.

ANSPRECHPARTNER

Kathrin Waschbusch
W+ST Wirtschaftsprüfung AG & Co. KG

Telefon: 0 68 31 / 762 0
E-Mail: Schreiben Sie mir