Die "Phantomlohnfalle"

Zahlt der Arbeitgeber nicht den gesetzlich festgelegten Mindestlohn oder nicht entsprechend eines anwendbaren Tarifvertrages, so richtet sich der Anspruch der Sozialversicherungsträger gleichwohl nach dem rechtmäßig zustehenden höheren Entgeltanspruch. Die Differenz wird als "Phantomlohn" bezeichnet.

Das Thema wird aktuell im Bereich der Sozialversicherungspflicht von Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschlägen aufgegriffen. Zuschläge für „tatsächlich geleistete“ Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind für den Arbeitnehmer lohnsteuerfrei und insoweit auch sozialversicherungsfrei. Erhält der Arbeitnehmer jedoch „Lohn ohne Arbeit“ (Entgeltfortzahlung bei Krankheit/Feiertagen oder bezahlter Urlaub), bemisst sich der Lohn nach dem Lohnausfallprinzip, so, als hätte er gearbeitet. Er hat hier Anspruch auf die Zuschläge, jedoch nicht steuer- und beitragsfrei.

Unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer die Zuschläge erhält oder geltend macht, kann der Betriebsprüfer sie beim beitragspflichtigen Entgelt einbeziehen („Phantomlohn“): Auf die Zuschläge während Urlaubs- und Krankheitszeiten müssen Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Hat der Arbeitgeber seinem später ausgeschiedenen Arbeitnehmer diese Beiträge nicht von dessen Bruttolohn abgezogen, so muss der Arbeitgeber für den Prüfungszeitraum den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmeranteil zahlen.

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Lothar W. Baum
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