Die Sparschwein-GmbH als Gestaltungsmittel nutzen

Die Sparschwein-GmbH als Gestaltungsmittel nutzen

Regelmäßig werden Immobilien und Kapitalanlagen im Privatvermögen gehalten. Seit der Unternehmensteuerreform 2008 lohnt es sich jedoch, für diese Kapitalanlagen eine andere Steuerstrategie zu fahren. Zur Verwaltung der „privaten Ersparnisse“ gründet man einfach eine separate GmbH. Die GmbH ist quasi das Sparschwein, in dem Unternehmer oder Kapitalanleger ihre Ersparnisse ansammeln.

 

Für wen ist die Sparschwein-GmbH geeignet?

In Frage kommt eine solche GmbH für Unternehmen und Privatpersonen mit umfangreichem Vermögen bzw. einem gewissen Umfang an Erträgen hieraus. Besonders geeignet ist die Sparschwein-GmbH für Immobilien, Aktien und Beteiligungen. Rentenpapiere oder Cash sind besser im Privatvermögen aufgehoben. Die Vorteile einer solchen Gestaltung sind nicht zu unterschätzen:

a. Statt bis zu 50 % müssen in der GmbH für Immobiliengewinne nur 16 % Ertragsteuern gezahlt werden.

b. Für Gewinne aus privatem Aktienvermögen sind es statt bis zu 29 % (Abgeltungsteuer inkl. Nebenabgaben) nur 15 %; für Beteiligungen mit einer Quote von mindestens 15 % an Kapitalgesellschaften sind es gar nur 0,8 % effektiv an Steuern (alle Zahlen sind gerundet).
 

Die Gründung einer Sparschwein-GmbH macht nur Sinn, wenn das Vermögen langfristig gehalten werden soll - z.B. zur Altersvorsorge. Die Erträge aus dem Anlagevermögen dürfen nicht für die private Lebensführung nötig sein. Denn die niedrigen Steuersätze sichert man sich nur, wenn die Gewinne thesauriert und ggf. wieder angelegt werden.

Hinweis: Letztlich ist die Sparschwein-GmbH ein Vehikel, um das eigene Vermögen genauso professionell zu managen wie den eigenen Betrieb. Darüber hinaus kann man mit ihr auch die sukzessive Umsetzung einer privaten Vermögensnachfolge steuern. Außerdem ist das Vermögen in der GmbH geschützt vor privaten Haftungsrisiken.
 

Wie gründet man eine Sparschwein-GmbH?

Die Sparschwein-GmbH wird im Prinzip wie eine normale Unternehmens-GmbH gegründet. Das Stammkapital wird regelmäßig durch Einlage der Kapitalanlagen erbracht. Dabei ist zu beachten, dass durch die Einlage keine ungeplanten Steuerwirkungen entstehen, z.B. Spekulationssteuer oder Grunderwerbsteuer. Bei Immobilien wird zwar regelmäßig Grunderwerbsteuer anfallen. Diese kann sich aber sehr schnell durch die nachfolgenden Ertragsteuerersparnisse als „Quasi-Investition“ wieder amortisieren. Außerdem lässt sich so möglicherweise zusätzliches Abschreibungspotenzial generieren.

 

Wie sehen die steuerlichen Vorteile konkret aus?

Sofern eine Veräußerung der Immobilien nach 10-jähriger Vermietung ins Auge gefasst wird, ist steuerplanerisch durchzurechnen, ob die derzeit geltende Veräußerungsbefreiung im Privatvermögen die günstige Besteuerung kompensieren kann.

 

Bei Aktien kann das Depot einer Kapitalgesellschaft als Eigenkapital zugeführt werden. 95 % der Erträge aus den Aktien sind steuerfrei. Dies gilt allerdings nicht für die Gewerbesteuer. Dort sind die Erträge aus Anteilen an Kapitalgesellschaften von weniger als 15 % voll zu versteuern.

 

 

 

 

Das Beispiel zeigt, dass sich die Steuerbelastung durch die Einlage ins Betriebsvermögen erheblich reduzieren lässt. Dies liegt zum einen daran, dass die Betriebsausgaben abzugsfähig sind und zum anderen daran, dass die Gewinnausschüttungen nur zu 5 % steuerpflichtig sind. Spätestens seit der ab 1.1.09 geltenden Abgeltungsteuer ist dieses Modell hochinteressant, weil dann im Privatvermögen Werbungskosten (z.B. Finanzierungskosten) überwiegend nicht mehr abzugsfähig und Veräußerungsgewinne unbeschränkt abgeltungsteuerpflichtig sind.

Noch interessanter ist das Halten fremdfinanzierter Kapitalgesellschaftsanteile von mehr als 15 % in einer Kapitalanlage-GmbH, weil dann die Gewerbesteuer wegen des Schachtelprivilegs entfällt. Voraussetzung ist lediglich, dass die Beteiligungsgewinne im Betriebsvermögen „angespart“ oder zur schnelleren Tilgung der Fremdfinanzierung verwandt werden. Dann summiert sich der o.g. Steuervorteil auf 27.500 EUR. Dass nicht nur Spitzenverdiener von dem Modell der Sparschwein-GmbH profitieren können, zeigen die folgenden Berechnungen (ohne Berücksichtigung von Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und Freibeträgen):

Ergebnis: Die konsequente Umsetzung der Steuerstrategie macht sich langfristig mithin auch bei mittleren Einkommen in jedem Fall bezahlt.

Ergebnis: Der Steuervorteil ist für diese Gruppe von Steuerpflichtigen zwar relativ gesehen hoch (ca. 70 %). Aber der vergleichsweise bescheidene absolute Betrag von 3.000 EUR ist schnell durch den Verlust von Steuerfreibeträgen in Folge von Einkommensschwankungen und von Nachteilen der GmbH wie zusätzliche Kosten für Jahresabschlüsse, höheren Steuerplanungsaufwand etc. aufgebraucht. Auch bei neuen Aktivitäten wie z.B. der Anschaffung einer Immobilie mit steuerlichen Verlusten kann sich „das Blatt schnell wenden“. Im Ergebnis kann hier der Einsatz einer Sparschwein-GmbH eher nicht empfohlen werden.

 

Der Sonderfall einer „Sparschwein-Holding“

Ist als Strategie zum Aufbau von Vermögen weniger an die Ansammlung von Erträgen aus längerfristig zu haltenden Immobilien gedacht, sondern wird mehr auf die Realisierung von Wertzuwächsen aus dem An- und Verkauf von

Immobilien gesetzt, kann der Einsatz der Sparschwein-GmbH ebenfalls hilfreich sein. Das Modell sieht dann wie folgt aus: Jede Immobilie wird in einer eigenen GmbH gehalten. Die Anteile an den GmbHs werden aber nicht direkt gehalten, sondern in eine Holding-GmbH eingebracht.

Daraus ergibt sich folgende Endkonstellation: Die Holding GmbH ist den einzelnen GmbHs vorgeschaltet. Die Steuerbelastung beim Verkauf der GmbHs anstelle der einzelnen Grundstücke beträgt dann lediglich 0,8 % (5 % steuerpflichtiger Anteil x 15,83 % KSt)! Hier wird der Gewinn kaum durch Steuerbelastungen geschmälert, sondern steht größtenteils für Reinvestitionen zur Verfügung.

 

Resümee

Mit der Sparschwein-GmbH können bereits ab mittleren Einkommen erhebliche Steuervorteile erzielt werden, die einen langfristig angepeilten Vermögens-/Kapitalaufbau eines Unternehmers unterstützen. Über die finanziellen Vorteile hinaus gibt es weitere Vorteile wie z.B. professionelleres Vermögensmanagement.

 

QUELLE: AUSGABE 01 / 2009 | SEITE 12 | ID 123521

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